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Kremsmünsterer Berufsschüler überzeugen internationale Design-Jury

Ein Video finden Sie hier.

Dass kaum vorhandene zeitliche und finanzielle Mittel kein Grund und keine Ausrede dafür sind, auf der faulen Haut zu liegen, bewiesen Schüler der Berufsschule Kremsmünster beim Ideenwettbewerb Jugend Innovativ in diesem Jahr. Als eine der wenigen Berufsschulen, die in den 27 Jahren an diesem Wettbewerb teilgenommen haben, hat Kremsmünster heuer eine kleine Sensation geschafft. Das Projekt der SchülerInnen, das im Freifach „Kreatives Gestalten für Begabte“ jeweils am Abend nach der regulären Unterrichtszeit entstanden ist, schaffte es  im Bundesfinale auf den 2. Platz in der Kategorie Design.
„Wir haben uns über die Teilnahme am Halbfinale in Wels schon total gefreut und erst da gesehen, dass wir wirklich als einzige Berufsschule gegen ein ganzes Heer von HTL-Maturaprojekten antreten“, so Walter Distelbacher, BEd, einer der betreuenden Lehrpersonen.
Insgesamt 560 Einreichungen aus allen Bundesländern gab es im heurigen Jahr, 52 davon im Bereich Design. Schon allein die Tatsache davon unter den besten fünf nach Wien eingeladen zu sein, war eine große Belohnung für die Schüler und auch für die Lehrpersonen, die viel Herzblut in die Etablierung und Gestaltung dieses Faches eingebracht hatten.
„Ohne das Engagement und die Begeisterung unserer Schüler, ohne deren gute Ideen und deren Bereitschaft, Tipps und Wissen aufzunehmen, wäre dieser Erfolg unmöglich gewesen“, ist Dipl. Päd. Ing. Michael Kretschmer überzeugt. Schüler und Lehrerpersonen investierten viel der im 10-wöchigen Lehrgang sehr knapp bemessenen Zeit in die Entstehung und die notwendige Dokumentation und Präsentation des entstandenen Objektes: MaMuSiKu – ein Massagesessel aus Fichtenholz, der im unbenützten Zustand wie ein Quader aussieht. Erst durch die Benützung offenbart sich das wahre Talent dieses Möbels:
Während die aus einzeln gelagerten Fichtenstäben bestehende Sitzfläche nach unten fährt, wird mittels verborgenem Hebel die Rückenlehne nach oben gedrückt und bietet damit dem Sitzenden zusätzlichen Halt und Komfort. Durch die gepolsterte Lagerung der Fichtenstäbe entsteht bei jeder Bewegung ein leichter Massageeffekt, der sich an den Körper anpassenden Stäbe.
Eingebaute Lautsprecher die sich mühelos von jedem Handy per Bluetooth ansteuern lassen, machen MaMuSiKu zum Gesamtklangkörper, der den Benutzer in seiner Lieblingsmusik versinken lässt. Klare Formen sprechen die Zielgruppe an. Der geradlinige und unaufdringliche Kubus ist ein Paradebeispiel dafür: Klar in seiner Form, natürlich schlicht in der Materialwahl und wandelbar im Sinne des Komforts.

Lediglich 30 Unterrichtsstunden standen zur Verfügung einen Prototypen für ein Sitzmöbel zu entwerfen und anzufertigen. Zum Vergleich: in manchen Konkurrenz-Projekten anderer Schulen stecken mehr als tausend Stunden.

Leitenmüller Philipp,(Fa. Füchsl, Putzleinsdorf imMühlkreis), Hinterleitner Michael,(Fa. Arnreiter, Arnreit), Pöchgrabner Selina und Mühllehner Steffi ( beide VfQ-Verein für Frauenqualifizierung, Linz) sowie Josef Manser (Rupprecht und Blum, Hard) bewiesen hier nach den regulären Unterrichtsstunden im Freigegenstand Kreatives Gestalten überdurchschnittliche Motivation.

Der Unterricht passiert fächerübergreifend. Alle drei in der Berufsschule vorhandenen Fachgruppen vom wirtschaftlichen über den fachtheoretischen bis hin zum praktischen Bereich, arbeiten dabei eng zusammen, um den Schülern den durchgängigen Ablauf einer Produktentstehung näher zu bringen. – Und offenbar trägt diese Arbeitsweise Früchte.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals freiwillig nach meinem Pflichtstundenplan noch länger in der Schule bleiben mag. Doch es zahlt sich aus,“ schrieb Steffi Mühlehner, eine der beteiligten Schülerinnen, noch vor einem halben Jahr in ihrem kurzen Steckbrief.
Und wie es sich ausgezahlt hat. Nun ist die fünfköpfige Schülergruppe aus 3 Jahrgängen und drei unterschiedlichen Lehrberufen stolzer Wettbewerbspreisträger.
Das alles neben den regulären Stunden in der Berufsschule. Wiederum ein Beweis wie leistungsfähig und leistungswillig Jugendliche sein können.
Gratulation den teilnehmenden     Schülerinnen und Schülern und dem Betreuerteam!

Mamusiku